POSCHIAVO OSCURA

Elena Morena Weber

dance & performance

info(at)elenamorena.com

POSCHIAVO OSCURA

Theater Jetzt

Maria Mini Pozzi

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Für die Spielzeit 2017/2018 plant Theater Jetzt in Poschiavo/GR die theatralische Ortserkundung "Poschiavo oscura". Dabei wird das Publikum durch den Borgo von Poschiavo/GR geführt und erfährt okkulte und mystische Dinge. Hier sollen Illuminaten gelebt und in den Höhlen vom Sassalbo die wilden "Salvanghi" gehaust haben. Hier wurden Hexen verfolgt und Rezepte aus taleigenen Pflanzen wirken für oder gegen das eine oder andere. Zur Zeit sammeln Elena Morena Weber und Oliver Kühn ergänzend dazu Geschichten, die von Generation zu Generation weiter erzählt werden. Die Mystisches dokumentieren und "inoffiziell die Runde" machen.

Wie die Geschichte von Maria Mini Pozzi. Sie ist die Urgrossmutter einer gebürtigen Puschlaverin. Ihr Bild (Abbildung) hing im Schlafzimmer der jüngsten Tochter. Die klagte oft darüber, dass sie nicht schlafen konnte: In der Nacht zwinkerte ihr die Grossmutter nämlich ständig zu. Nun steht das Bild auf einem Estrich. Weitere Geschichte demnächst hier.

 

TAGEBUCH

TEXTE VON OLIVER KÜHN

 

Sonntag, 28. August 2016

1. Try Out Poschiavo oscura

 

Zwei Tage lang sind Elena Morena Weber und Kühn durch das Bündner Süddorf gegangen und haben Ideen für Poschiavo oscura gesammlt. Abends Tryout mit einem Dutzend Besuchern: "Guten Abend - wir möchten gern an Ihnen Ideen ausprobieren, die uns zu Pochiavo oscura eingefallen sind. - Wenn Sie sich langweilen, sagen Sies". Unter den Besuchern auch Daniel Glaser vom KünstlerDuo Glaser/Kunz, das Kühn von ihren wirklich bemerkenswerten Videoarbeiten aus dem Kunstmuseum Ittingen und Bahnhof Winterthur kennt. Anschliessend Abendessen. Daniel sehr interessiert an unserer Arbeit. Könnte sich vorstellen, etwas beizusteuern. Wir bleiben dran.

 

Samstag und Sonntag, 1. und 2. Oktober 2016

2. Try Out Poschiavo oscura

 

Es ist kalt und regnet. Try out findet nicht statt. Dafür eröffnen wir ein zweitägiges "ufficio teatrale" im Hotel Albrici und laden die Bevölkerung ein, uns Geschichten, Fotos und Erzählungen vorbei zu bringen. Vorerst wenig Besuch, doch dann fragen wir uns an den Nachbartischen durch. Plötzlich viel Interesse an "Poschiavo oscura". Am Sonntag hocken wir auf der Piazza und haben sehr viele Interessierte, die uns auch erzählen. Daniela Luminati, die wir noch von "Barone Utopia" kennen, bringt etliche Bücher mit. Einladung auf eine Maiensäss von einem Zugezogenen: "Wir trinken einen mit den Nachbarn. Da erzählen sie dann, was Ihr hören wollt." Endlich auch Zeit, das "Poschiavino Thal" (1859) von Georg Leonhardi zu lesen, das uns der Tourismusdirektor Kaspar Howald zugeschickt hat.

 

Montag, 3. Oktober 2016

PS. 2. Try Out Poschiavo oscura

 

Nach unserer Rückreise ins Unterland meldet sich ein Puschlaver per Mail:

"Seit Jahren verfolge ich sporadisch eine Vermutung, dass im oberen Puschlav eine Kultstätte und vermutlich auch Wohnorte, die einen Bezug auf Gottheiten des Vorderen Orient haben. Die Bergkuppen Balbalera, Motta da la Schera (Ascera) und Motta d'Ur. Dies Kuppen sind in einer ziemlich genauen Nord/Süd-Linie zu finden. Die Weiler (Maiensässe) Cadera, Melera, Curvera, La Scera (l'Ascera), Zarera (zerstört durch den Bergsturz 1586) weisen eine gemeinsame Endung in ERA auf. Aus verschiedenen Quellen habe ich erfahren, dass Baal, Era und Ur Gottheiten aus dem Vorderen Orient sind. Die Wiederholung Bal/bal im Namen Balbalera könnte eine Unterstreichung für eine Kultstätte sein. Ascera war ebenfalls eine Gottheit und Begleiterin von Baal. Die Informationen stammen dem Internet (Aschera /it. Ascerad) und aus dem Artikel im Tagesanzeiger vom 22.12.2009 / Prof. Othmar Keel. Die Weiler in Era sind aus der Motta da Balbalera alle sichtbar. Die Ausssicht von dort ist beraubend (Kultstätte !). Wenn es tatsächlich Menschen aus dem Vorderen Orient hier kamen, so kamen sie vermutlich aus Nord/Osten, weil zu jener Zeit der Zugang von Süden kaum passierbar war. Es handelt sich bei diesen Gedanken um Vermutungen und Deutungen, aber sie könnten vielleicht zu einer Saga verdichtet werden. Aus meiner Jugendzeit erinnere ich mich auch an Geschichten über "streghe e stregoni", die ihr Unwesen unterhalb des Sassalbo, Sass da la Turiglia, ihr Unwesen trieben (erzählt von Maria bela), es sind Fetzen von alten, grausigen Geschichten, die wir Jungen schon damals interessant fanden, aber nicht glaubten. Wir waren schon "modern" und aufgeklärt..."